Sep 01 2010
Bio-Wein dank Mondkalender
Dass sich die Wachstumsrhythmen von Pflanzen nach einem ab- oder zunehmendem Mond orientieren, ist schon seit Langem bekannt. Dass aber zudem auch ein Zusammenhang zwischen der Sternenkonstellation und dem Pflanzenwachstum besteht, haben nun auch Winzer für sich entdeckt. Mit bio-dynamischem Weinbau werden die Kenntnisse des Mondkalenders genutzt, um ausdrucksstarke Weine zu produzieren.
Vielfältige Anwendungen
Mithilfe von Mist beispielsweise, der in einem Horn eingegraben wird, soll der Boden fruchtbarer und aktiver sein und belebend auf die Weinberge wirken.
In einer aufsteigenden Mondphase ist zum Beispiel die Ernte bereits reifer Pflanzen begünstigt, aussähen oder pflanzen sollte man sie eher bei abnehmendem Mond. Es wird in einem Mondkalender also auf den Typus der Rebe, die Art der Tätigkeit sowie auf die Mondphase Rücksicht genommen.
Professioneller Verband
Gerade bei einem so hochwertigen Produkt wie Wein kommt es darauf an, die Qualität permanent zu perfektionieren und von Zeit zu Zeit auch Neues auszuprobieren. In der Zwischenzeit gibt es sogar einen Zusammenschluss von 172 Winzern aus 13 Ländern, die sich zu einer internationalen Vereinigung der bio-dynamischen Winzer zusammengeschlossen. „La Renaissance des Appelations“ ist ein Verband anerkannter Winzer, der auf Basis der Biodynamik erstklassige Weine produziert und gemeinsam vertreibt. Mithilfe von Achtung der Mondphase, besonderer Bodenzusammensetzungen und Experimenten mit individuellen Kelterverfahren kommen sie zu immer neuen Erkenntnissen. Zwar kann die Wirksamkeit im Einzelfall nicht wissenschaftlich belegt werden, die hohe Qualität der Weine spricht jedoch deutlich für den alternativen Anbau.
Böden und Mondkalender
Bio-dynamischer Weinbau orientiert sich dementsprechend an zwei großen Säulen:
Zum Einen an der antroposophischen Lehre in Bezug auf die Bodenbeschaffenheit, zum Anderen an der Berücksichtigung der kosmischen Konstellationen, die der Mondkalender aufzeigt.
Bei der Bewertung und Bearbeitung der Böden kommt es auf die verschiedenen Zusammensetzungen und Zugaben an. Hornmist, Hornkiesel sowie Kompostpräparate sollen helfen, die Aktivität von Kleinlebewesen zu aktivieren oder den Boden von Krankheiten und parasitärem Befall zu heilen. Diese Art der Homöopathie wird häufig auch von biologischen Weinbauern angewandt und unterscheidet sich meist nur in der Anwendung der Mondphasen vom bio-dynamischen Winzer.
Sterne geben Anhaltspunkte
Die Berücksichtigung der kosmischen Konstellationen gibt Aufschluss über die geeigneten Phasen von Aussaat, Beschnitt und Lese der Reben. Darüber hinaus bestimmt die Sternenkonstellation auch die Art und Richtung der Bepflanzung und sorgen für ein ausgeglichenes Wachstum. Bestimmte Arbeiten erfolgen nach festgelegten Phasen und gestalten den individuellen Weinbau neu.
Bioweine werden immer beliebter und auch immer mehr bio-dynamisch angebaute Weine finden den Weg zum bewussten Verbraucher und Genießer. Qualität und Geschmack des guten Tropfens können so ständig verbessert werden und weisen immer neue Facetten auf.